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Burkhard Strelow sorgt auf Volksfesten für Sicherheit. Zu Pfingsten will er auch die Besucher beim Kromlauer Parkfest vor unliebsamen Überraschungen bewahren.
Burkhard Strelow ist Sicherheitsfachmann für Versammlungsstätten. Sein Job ist es, Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen in der Region zu erstellen. In Rothenburg, Görlitz und Einsiedel profitieren Volksfestgäste bereits von seiner Arbeit und seinen Tipps.
Die Bilder von Massenpanik, Toten und Verletzten bei der Loveparade in Duisburg gingen um die ganze Welt. Im Juli 2010 starben 19 Menschen, weil es an Fluchtwegen und Sicherheit für die mehr als eine Million LoveparadeBesucher mangelte.
Nicht über eine Million Besucher aber immerhin mehr als 10000 Gäste feiern auch beim Park- und Blütenfest am Pfingstwochenende in Kromlau. Für ihre Sicherheit ist gesorgt. Dirk Thorausch, Vorsitzender des Festkomittees, bestätigt: Es ist genügend Personal vor Ort. Ein DRK-Rettungswagen samt Besatzung ist am Festgelände stationiert, obgleich er durch die Nähe der Leitstelle Weißwasser und der Außenstelle Bad Muskau eigentlich nicht erforderlich wäre. Deutsche und polnische Polizisten laufen Streife.
Die Hinweise des Landratsamtes Görlitz hinsichtlich genormter Umleitungsschilder sowie Fluchtwege-Tipps von Burkhard Strelow wurden umgesetzt. Der Bad Muskauer Kulturmanager unterstützt Kromlau seit Jahren bei der Programmgestaltung. Weil Strelow seit 2010 auch zertifizierter und geprüfter Sicherheitsfachmann für Versammlungsstätten ist, nahm Kromlau seine „freundschaftlichen“ Hinweise gerne an.
Mit Megafon und Checkliste
Vom Sicherheitsexperten Strelow profitieren bereits Besucher beim Landskron-Brauereifest in Görlitz, dem Rothenburger Sommerfest und dem Folklorum in Einsiedel. Hier sorgte der Bad Muskauer mit seinen Sicherheitskonzepten für zahlreiche Verbesserungen wie leicht erkennbare und ausgeschilderte Fluchtwege, breitere Rettungsgassen, Notbeleuchtungen oder mehr Feuerlöscher an Händlerständen. Um Auftraggeber von der Notwendigkeit solcher Vorkehrungen – die zusätzlich Geld kosten – zu überzeugen, macht Burkhard Strelow stets eine Bestandsaufnahme. Seine wichtigsten Arbeitsmittel beim Begutachten künftiger Veranstaltungsorte sind Fotoapparat, digitales Messgerät, Zeichnungen, Megafon und eine Checkliste. Protokolliert werden so nicht nur Geländegröße, Länge und Breite von Wegen oder Wasser- und Stromanschlüsse. Anhand der Unterlagen und Angaben kann er das benötigte Rettungspersonal oder ideale Standplätze für Serviceeinrichtungen berechnen.
Trotz der tragischen Ereignisse in Duisburg gibt es in Deutschland erst wenige Experten wie Burkhard Strelow. Im Kreis Görlitz und Bautzen ist er der einzige Dienstleister seiner Art außerhalb spezialisierter Sicherheitsfirmen. Dabei reicht es schon lange nicht mehr aus, sich als Veranstalter nur um Künstler, Ordner, Kassierer, Plakatierung und Toilettenhäuschen zu kümmern. Immer mehr greifen daher auf die Dienstleistung von Sicherheitsexperten zurück. Der Trend ist erfreulich. Denn eigentlich verlangt der Gesetzgeber erst Sicherheitskonzepte bei Veranstaltungen mit 5000 Besuchern pro Tag. Andererseits gibt es, laut Strelow, noch viele Defizite. Typische Mängel bei Volksfesten seien unzureichende Hinweise auf Flucht- und Rettungswege. Dies habe bis 2010 auch beim Rothenburger Sommerfest zugetroffen. „Den Besuchern fiel es sofort auf, als am Markt plötzlich große und gut sichtbare Hinweisschilder hingen.“ Brandschutz, Arbeitsschutz, ausreichende Mobilfunkkapazitäten oder Lichtquellen bei Stromausfall zählen für Strelow ebenso zu den Sicherheitsstandards wie Behindertenbetreuung.
Falls gewünscht, plant er sogar Hubschrauberlandeplätze ein. „Wenn es um die Sicherheit von Menschen geht, muss jedes Detail im Konzept korrekt durchdacht, geplant und genehmigungsreif sein“, fasst der Sicherheitsfachmann zusammen. Keine leichte Aufgabe. Schließlich gibt es in Deutschland über 100 geltende Gesetze, Verordnungen und Vorschriften für öffentliche Veranstaltungen im Freien, in Kulturhäusern oder Stadien, die zu beachten sind.
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Quelle: Sächsische Zeitung/ Samstag, 4. Juni 2011
Text: Sabine Larbig
Bild: Sandra Tietz
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