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Oper Bonn: In Rekordzeit zu neuer Inspizientenanlage

Bereits im Sommer 2014 erhielt die Oper Bonn von der Salzbrenner Stagetec Audio Video Mediensysteme GmbH eine neue Inspizientenanlage mit komplexem Intercom- und Videosystem. Für die Projektierung, Lieferung und Installation standen nur drei Monate zur Verfügung: Pünktlich zum Ende der Sommerpause konnte die neue Inspizientenanlage ihren Betrieb aufnehmen. In den nächsten Monaten folgten noch diverse Ergänzungsarbeiten. Inzwischen ist die Inspizientenanlage final abgenommen. 

Die größte Herausforderung bei der Installation der neuen Anlage war der sehr eng gesetzte Zeitrahmen. Für die Demontage des bestehenden Inspizientenpults, die Installation von Lichtzeichen bzw. Hinweisleuchten sowie von Ruf- und Mithörlautsprechern und die Inbetriebnahme der Intercom- und Videoanlage blieben insgesamt nur sechs Wochen Zeit. „Ein Projekt dieser Größenordnung in so kurzer Zeit zu planen und durchzuführen lässt null Spielraum für Unvorhergesehenes. Das fängt schon bei den Lieferzeiten unserer Zulieferer an und zieht sich durch bis zur Personalplanung“, bringt es Michael Müller, Projektleiter für den Anlagenbau bei der Salzbrenner Stagetec Audio Video Mediensysteme GmbH, auf den Punkt. 

Zeitmangel als größter Widersacher
Die Arbeiten für die neue Inspizientenanlage der Oper Bonn nahmen bereits im Frühjahr 2014 mit der Planung und öffentlichen Ausschreibung des Projekts ihren Anfang. Für den Ausschreibungs- und Bauablauf zeichnete die Planungsgesellschaft Skena aus Heidelberg verantwortlich, die auf die Sanierung von Versammlungsstätten in den Leistungsbereichen Gebäude und Veranstaltungstechnik spezialisiert ist. Rüdiger Stepper, Geschäftsführer des Planungsbüros, bestätigt, dass der Zeitmangel die größte Schwierigkeit darstellte. „Alles war knapp bemessen, sowohl was die Planung als auch die Ausführung betraf.“ Stepper verweist außerdem auf einen weiteren erschwerenden Umstand: das Arbeiten im Bestand. Die Planung der Neuanlage beruhte nämlich auf vorhandene bauliche und technische Strukturen, die nicht immer vollständig dokumentiert oder bekannt waren. Überraschungen, die den Zeitablauf gefährden konnten, ließen sich also nicht völlig ausschließen.

Intercom-Anlage von DELEC bereits im Einsatz
Dass die Salzbrenner Stagetec Audio Video Mediensysteme GmbH den Zuschlag für die Oper Bonn bekam, lag unter anderem an dem nachhaltigen Angebot, das die Überarbeitung der bereits eingebauten Intercom-Anlage aus dem Hause DELEC, einem weiteren zur Salzbrenner Stagetec Mediagroup gehörendem Unternehmen, möglich machte. Aufgabe war es, die bestehende Anlage zu überarbeiten und ins neue System zu integrieren. Dabei sollte das von der Mediagroup entwickelte Inspizientensystem PerformanCeTRL verwendet und ins existierende Hausnetz eingebettet werden. 

Alles im Blick dank sieben Kameras
Einen großen Anteil am Projekt hatte auch die Installation einer umfangreichen Videoanlage. Diese wurde komplett in HD-SDI durchgeführt. Um die Latenz für die Dirigentenkamera möglichst gering zu halten und für einen verzögerungsfreien Einsatz der Sänger durch den Dirigenten zu sorgen, wurden die Latenzzeiten der Monitore und Kameras mithilfe eines selbstentwickelten Messgeräts gemessen sowie die Gerätekette optimiert. Bühne und Zuschauerraum sind nun dank sieben installierter Kameras jederzeit im Blickfeld des Inspizienten. Ein Hardware-Bedienpanel stellt die einfache und schnelle Umschaltung der Kamerabilder im Inspizientenpult sicher. 

Aus Kosten- und Zeitgründen sollte die bestehende Anlage nicht komplett ersetzt werden: Das bestehende Leitungsnetz sollte weiter genutzt und lediglich die Zentralentechnik erneuert werden. Patchfelder verbinden nun die neue Anlage mit dem alten Leitungsnetz. Kabel wurden nur in den Bereichen neu verlegt, wo ein Weiterbetrieb mit HD-SDI aufgrund der speziellen Anforderungen an die Verkabelung nicht mehr möglich war. 

Aufbereitung der Signale durch mehrere Modulatoren
Darüber hinaus nimmt die Aufbereitung der Signale für die Mitschauanlage eine wesentliche Rolle innerhalb der Videoanlage ein: Hierfür wurden insgesamt drei DVB-C-Modulatoren und vier analoge HF-Modulatoren installiert. Bei den DVB-C-Modulatoren wird das SDI-Signal zunächst nach ASI umgewandelt und dann im eigentlichen Modulator aufmoduliert. Bei den analogen Modulatoren werden SDI-FBAS-Wandler eingesetzt. Die HF-Anlage wurde anschließend neu gemessen und die Pegel entsprechend justiert. In der Videoanlage kommen nun folgende Produkte zum Einsatz: eine Blackmagic Design SDI-Kreuzschiene 40×40, ein Videohub SmartControl und MasterControl als Bedienteile in Tonregie und Inspizientenpult, zwei Sony BRC-Z330 Dirigentenkameras – eine davon mobil, die andere fest im Orchestergraben installiert –, für die Bühnentotale eine Panasonic AW-HE60SE (Mitschau) und eine Eneo HDC-2100 (Infrarotbild), als Monitore ein Neovo HX 24, HX 42 und ein Sony PVM-A170 sowie ein LMD-941W und schließlich HF-Modulatoren von Kathrein, und zwar die Basiseinheit UFG 810, bestückt mit zwei UFM 370 und zwei UFM 340, sowie drei UFX 390 als ASI-Modulatoren.

Pünktliche Inbetriebnahme
Die eigentliche Installation der neuen Inspizienten- und Videoanlage erfolgte innerhalb eines engen Zeitkorsetts zwischen Anfang Juni bis Ende August durch die Salzbrenner Stagetec Audio Video Mediensysteme GmbH unter Mithilfe von DELEC. Dass die Arbeiten pünktlich zum Ende der großen Sommer-Theaterpause abgeschlossen werden konnten, ist vor allem der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten zu verdanken, aber auch der langjährigen Erfahrung des Systemhauses. Dieses bietet seit über 50 Jahren schlüsselfertige Systemlösungen für professionelle Audio-, Kommunikations- und Medientechnik.

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