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Unheilig auf dem Gendarmenmarkt: „Als wär´s das erste Mal …“

Der Gendarmenmarkt gilt als einer der schönsten Plätze in Berlins historischer Mitte. Vor der klassizistischen Fassade des nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel errichteten Konzerthauses, gerahmt von Französischem und Deutschem Dom, fand im Juli 2014 zum 23. Mal das „Classic Open Air“ statt. Die mehrtägige Veranstaltung zählt zu den Kultur-Highlights der deutschen Hauptstadt und begeisterte in diesem Sommer an sechs Terminen mehr als 28.000 Besucher mit klassischen wie modernen Melodien. Am 7. Juli gehörte das großzügig dimensionierte Podium ab 19:30 Uhr der Band Unheilig – und Drahtlostechnik des Audiospezialisten sorgten für einen exzellenten Sound.

 

Kopf von Unheilig ist „der Graf“, dessen bürgerlicher Name erfolgreich geheim gehalten wird und der sich mit bewegenden, von Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens kündenden deutschen Texten einen festen Platz in den Herzen seiner Fans erobert hat. Seit Jahren setzt der Sänger auf einen SKM 2000 Handsender von Sennheiser, der mit einer MMD 945 Kapsel betrieben wird. „Die dynamische Kapsel mit supernierenförmiger Richtcharakteristik ist für uns genau die richtige Wahl, weil bei Konzerten von Unheilig in der Regel ein langer Laufsteg in den Zuschauerraum führt“, erläutert Unheiligs Tontechniker Bernd Michael Tombült in Berlin. „Eine Kondensatorkapsel wäre an einer derart exponierten Position viel zu empfindlich, da sich der Graf auf dem Steg ja vor der Beschallungsanlage befindet.“

 

Die Kapsel des Handsenders wurde auf speziellen Wunsch modifiziert: „Bei den Shows bewegt sich der Graf sehr viel – Schweiß in der Kapsel wird dadurch ebenso zu einem Thema wie Regen bei Openair-Shows“, berichtet Bernd Michael Tombült. „Während eines Konzerts tauschen wir bis zu vier Mal den Handsender, weil die Übertragungsqualität der Kapsel durch die Feuchtigkeit beeinträchtigt wird. Von Sennheiser haben wir Custom-Kapseln erhalten, welche mit einem zusätzlichen Feuchtigkeitsschutz versehen sind, klanglich aber dennoch keine Einbußen gegenüber dem Original aufweisen. Die Sender werden während eines Konzerts zwar weiterhin an geeigneten Stellen gewechselt, doch merkliche Klangbeeinträchtigungen treten im Gegensatz zu früher nicht mehr auf.“

 

Die Handsender kommunizieren drahtlos mit einem Doppelempfänger EM 2050, an welchen Antennen des Typs A 1031-U angeschlossen sind. „Wir haben uns ganz bewusst für Rundstrahlantennen entschieden, da Richtpaddel bei unseren Shows eventuell nicht den gesamten Aktionsbereich des Grafen abdecken würden“, erklärte Peter Albers, der bei Unheilig den Monitorplatz betreut. An dem In-Ear-Doppelsender SR 2050 IEM, der in Berlin Keyboarder und Schlagzeuger (beide mit Taschenempfänger Sennheiser EK 2000 IEM) versorgte, war über einen modifizierten Combiner AC 3 eine zirkular polarisierte Wendelantenne A 5000-CP angeschlossen.

 

Das Schlagzeug war nicht mit Triggern versehen, sondern wurde mit Mikrofonen abgenommen – am Gendarmenmarkt entschied man sich für eine akustische Abschirmung des Kits per Plexiglaswand. Die Snaredrum wurde von oben mit einem Sennheiser e 904 mikrofoniert. Die Toms wurden mit Sennheiser e 908 abgenommen, welche laut Bernd Michael Tombült „genau den Job machen, denn sie machen sollen“ und jenseits klanglicher Qualitäten auch mit ihrer flexiblen Positionierbarkeit punkten. An den beiden HiHats waren Sennheiser e 914 positioniert; als Overhead-Mikrofone kamen Neumann KM 185 zum Einsatz.

 

Eine der beiden Gitarrenboxen von Christoph „Licky“ Termühlen war mit zwei Sennheiser e 906 versehen, deren exakte Positionen mit weißem markiert waren. „Dank der beiden Mikrofone kann ich den Gitarrenklang in der Mischung schön aufspreizen und mit Effekten versehen“, erklärte Bernd Michael Tombült. Der  Gitarrist sang ebenso wie sein Keyboarder-Kollege Henning Verlage über ein kabelgebundenes Sennheiser e 945 mit dynamischer Kapsel.

 

Zu den besonderen Herausforderungen der Konzertes auf dem Gendarmenmarkt gehörte ein Maximalpegel von lediglich 75 dB(A), der nicht überschritten werden durfte – der Platz und seine Umgebung sind als reine Wohngebiete ausgewiesen. Alleine der von der Bühne kommende Monitorsound hätte im Normalfall ausgereicht, um die Pegelvorgabe nennenswert zu strapazieren, weshalb die Techniker in Berlin die Sidefills und mit moderater Lautstärke betrieben. Die zahlreich angereisten Fans wussten sich im Lauf des Abends mit der zwar ungewöhnlich leisen, in puncto Klangbild aber dennoch überzeugenden Performance anzufreunden, zumal ihnen mit dem Titel „Goldrausch“ ein Vorgeschmack auf das kommende Unheilig-Album gewährt wurde. Im finalen Part der Show sang fast das gesamte Publikum stehend den Megahit „Geboren um zu leben“ mit – ein krönender und emotional berührender Abschluss für das laut Bühnenansage des Grafen „erste bestuhlte Konzert“ der Unheilig-Musiker.

 

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