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Videostreaming der ARD Hörspieltage mit neuem Konzept & Lawo-Equipment

Vom 5.-9.November fanden in Karlsruhe die ARD Hörspieltage 2014 statt – 9000 Besucher erlebten im ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) Live-Hörspiele, Interviews und die Verleihung des Deutschen Hörspielpreises. Selbstverständlich wurden Veranstaltungen der Hörspieltage im Radio übertragen – aber auch per Audio- und Live-Stream im Internet gesendet sowie für die  Mediatheken der Sendeanstalten aufgezeichnet. 

 

Die Qualitätsansprüche des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an das Videostreaming sind ähnlich hoch wie bei herkömmlichen Produktionen, gleichzeitig steht aber nicht das gleiche Budget zur Verfügung. Was also tun? Neue technische Konzepte ermöglichen einen Ausweg aus diesem Dilemma – wie ein Testaufbau des Südwestrundfunks (SWR) mit Lawo Equipment auf den Hörspieltagen eindrucksvoll bewies.

 

Die einzelnen Events der Hörspieltage fanden innerhalb des ZKM in unterschiedlichen Räumlichkeiten statt – z.B. die Verleihung des Hörspielpreises im großen Saal und Interviews in einer extra eingerichteten Interview-Lounge. Im Einsatz waren jeweils vier Kameras, deren Videosignale zusammen mit Ton und Kommunikationssignalen in die Regie übertragen werden mussten. Sascha Schwoll vom SWR und Wolfgang Götz vom Bayerischen Rundfunk (BR) hatten dafür ein Konzept entwickelt, wie dies effizient und flexibel zu realisieren war. Die zentrale Rolle spielten dabei ein Setup aus V__link4 Video-over-IP Videoprozessoren und crystal Mischpult-Cores von Lawo. „Mit jeweils einem Lawo V__link4 tausche ich alle Signalarten aus, die ich in bzw. aus dem jeweiligen Venue brauche. Das V__link4 sitzt zusammen mit einem vorgeschalteten crystal Core zum Einsammeln der Mikrofonsignale in einer kleinen Stagebox in jedem Venue “, erklärt Schwoll. “ Wir hatten Video mit jeweils 4 Kamerasignalen und einem Programmrückbild für die Kameraleute, Audio inklusive der und GPIO Steuerungs-Signale für die Tallies“.

Die verschiedenen Signale wurden mit dem V__Link4 eingesammelt und über eine einzige 10-Gbit/s Ethernet-Leitung in die Regie geführt. „Auf herkömmliche Weise hätte ich hier jede Menge ziehen müssen“, so Schwoll. „Da hätte man sich schon zweimal überlegt, ob man wirklich noch ein Programmrückbild benötigt. Und für die Kommandosignale hätten wir extra eine Kommandoanlage aufbauen müssen. Das erledigt jetzt einfach das Lawo crystal, das wir zum Wandeln der Mikrofonsignale und für das Einbinden der GPI/Os sowieso vor Ort haben. Die Steuerung kommt vom integrierten InterCom-Tool; die Audiosignale der Kameraleute mit einem Headset schicken wir embedded mit dem Videosignal mit – fertig.“

 

In der Regie werden die Signale von weiteren V__link4 Einheiten entgegengenommen und in ein V__pro8 geführt. Dieses V__pro8 fungiert als vorgeschaltete Bildkreuzschiene, da der verwendete nur vier Videosignale empfangen kann.

 

Neben der Flexibilität waren es auch viele kleine Vorteile, die bei diesem Einsatz von Lawo-Geräten zur Geltung kamen und die am Ende zu erheblich verringerten Kosten führten. So wurde zum Beispiel der Quadsplit -Ausgang des V__pro8 über WLAN auf iPads gestreamt, die an den Kamerastativen angebracht waren. Jeder Kameramann behielt den Überblick über die aktuellen Bilder aller Kameras und konnte sich entsprechend einrichten. „Beim Videostreaming kleiner Produktionen haben wir einfach eine etwas andere, viel schnellere und schlankere Arbeitsweise als bei großen und aufwendigen Produktionen im Ü-Wagen. Bei den großen Produktionen gibt es in aller Regel eine Probe, einen Kameralaufplan den jeder Kameramann an seinem Klemmbrett hat und genau weiß ‚in Szene 1 liefere ich eine Totale, in Szene 2 ein CloseUp‘. Bei der Realisierung dieser kleinen Streamingproduktion waren die Vorlaufzeiten viel kürzer. Wir sind im Prinzip ohne Kameralaufplan und längere Proben auf Sendung gegangen. Hierbei war das Quadsplit-Bild das der V__pro8 mitliefert sehr hilfreich und hat uns zusätzliche Infrastruktur erspart.“

 

Aktuell handelte es sich bei dem Setup, das bei den Hörspieltagen zum Einsatz gekommen ist, um ein Testsetup, bei dem es darum ging, Erfahrungen mit dieser Art der Produktion zu sammeln. Nach den ersten Tagen sind die Reaktionen ausgesprochen positiv. Sascha Schwoll: „Wenn wir das jetzt zu dem Aufwand in Relation setzen, den wir bisher treiben mussten, um diese Ergebnisse zu erhalten, das ist unglaublich. Das wäre so früher gar nicht so möglich gewesen – oder nur mit einem riesigen Aufwand. Vor allem bei einem Festival wie diesem: Eine Stunde hier, danach eine Stunde dort, danach ein Interview aus der dritten Location … und das mit nur einem Team und einem Set an Equipment. Mit diesem System bekommen wir zu einem günstigen Preis eine sehr gute Skalierbarkeit. Und wir können eine Qualität abliefern, mit der wir uns auch bei den Kollegen der großen Ü-Wagen sehen lassen können und die unser Produktionsspektrum von großen und aufwendigen Produktionen bis hin zu kleinen schlanken Produktionen ‚nach unten‘ ergänzt.“

 

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